„Effektivzins“: Was genau ist eigentlich der „Effektivzins“?

18.09.2017

Glaubt man den Umfragen, sind die Deutschen sehr interessiert an Finanzwissen – und an Umfragen. Jetzt war das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale unterwegs und hat die Deutschen repräsentativ zum Thema „Effektivzins“ befragt. Die Deutschen zeigen sich gar nicht so informiert, wie man meinen könnte. Beim Thema Effektivzins können die meisten noch etwas dazu lernen.

Immerhin sollen 36 Prozent aller Deutschen das Wort noch gar nicht gehört haben. 32 Prozent gaben an, den Begriff gehört zu haben, konnten aber keine konkreten Angaben dazu machen. Lediglich 4 Prozent aller Befragten wussten, dass der Effektivzins immer höher als der Nominal- oder Sollzins liegt. Befragt wurden auch eine Anzahl aktueller als auch früherer Kreditnehmer: Auch da war das Wissen darüber nicht signifikant höher. Man könnte daraus schließen, dass die allermeisten Verbraucher unterschiedliche Kreditangebote gar nicht voneinander unterscheiden können und sich wohl öfter auf einen  teureren Vertrag einlassen.

Der Effektivzins wird meist in dieser abgekürzten Form verwendet. Genau genommen, handelt es sich um den effektiven Jahreszins und er wird berechnet, indem die Gesamtkosten eines Kredits durch die Darlehenssumme geteilt werden. Das ist seit Jahren gesetzlich geregelt und jedes Kreditangebot muss diese Angabe beinhalten. Neben dem Sollzinssatz enthält er Gebühren oder Prämien für eine Restschuldversicherung. Bei Immobilienkrediten sind noch die Kosten der Grundschuldeintragung eingeschlossen. Aber Vorsicht: Nicht alle Gebühren müssen eingerechnet werden! Ein Beispiel, wie man den Effektivzins „frisieren“ kann, sind Kosten für das Wertgutachten. So mancher Kredit kann sich so im Nachhinein eher als Niete herausstellen.